Gleich neben den hohen Banktürmen steht in Frankfurt die schöne “alte Oper”. Die Inschrift im Giebel “DEM WAHREN SCHOENEN GUTEN” gibt ein hohes Maß vor,
dem die WISE GUYS im “kleinen Saal” gerecht werden wollten. Er war mit über 700 Plätzen ausverkauft und wirkte gemütlich, kompakt und gar nicht modern. Das elegante Foyer, die perfekt gestylten Platzanweiserinnen und
nummerierte Sitzplatzkarten sorgten allerdings für ein zivilisiertes Eintreten der Besucher. Der Saal füllte sich stetig und dann ging’s pünktlich los.Schon beim Erscheinen der WISE GUYS auf der Bühne gab es großen
Applaus und den ersten Zugabe-Ruf! Die Stimmung war also sehr positiv und äußerst gut.
Das Programm war komplett umgestellt und hieß nicht mehr “Besserwisser”, sondern “Otto”. Allerdings blieb es jedem freigestellt,
einen anderen Namen zu wählen. Richtig passen würde sowieso keiner, denn das Konzert war viel zu abwechslungsreich, um es eindeutig benennen zu können. Ich persönlich würde es “Einfach nur supergut” nennen. Besonders an
diesem Abend.
Das Publikum war wirklich extrem gut drauf, brach an den richtigen Stellen locker in offenes Gelächter oder lauten Jubel aus, war aber an den leisen Stellen wunderbar ruhig. Kein Wunder, das den WISE
GUYS der Spaß an diesem Konzert anzusehen war.
Bei der Umfrage ergab es sich, dass die eindeutige Mehrheit “Neuhörer” waren, aber nur ein verschwindend geringer Teil aus Frankfurt kam. Viele Zugereiste also.
Die
Lieder kamen ausnahmslos sehr gut an, so dass eine einzelne Aufführung hier völlig sinnlos ist, weil ich immer wieder “Riesenbeifall”, “großer Jubel” oder “einfach klasse” schreiben müßte. Sogar mein Sorgenkind, der
Tango, wurde von unterdrücktem Gekicher bis lautem Gelächter begleitet und erhielt jubelnden Beifall. Irgendwie stimmte an diesem Abend alles. Die ‘neuen’ Lieder “Ohne dich”, “Bleib so wie du bist”, “Willst du mit mir
gehen?” und “Besserwisser” waren wieder wirklich klasse und auch das ‘alte neue’ Lied “Gehnurjanie Indiebarda” (So wird’s nämlich geschrieben, habe ich mit Entzücken festgestellt!!) kam spitzenmäßig an.
Ganz
besonders gut war “Zur Lage der Nation”. Das Publikum lachte sofort laut los, klatschte mit und Clemens hob als Paukenbegleitung fast vom Boden ab. Einfach supergut und sehr witzig. Natürlich Riesenjubel! Was sonst?
Die erste Hälfte verging sehr schnell und endete mit “Mädchen, lach doch mal!”
Nach der Pause war Dän ganz begeistert vom Service in der alten Oper. Dort gibt es nämlich verführerische Frauenstimmen, die in der
Garderobe durchgeben, dass es noch 5 Minuten bis zum Auftritt sind. Zwei Minuten später erscheinen diese Stimmen in echt und fragen, ob die Ansage gehört wurde. Das war für ihn schon beeindruckend. Einfach klasse, wenn
man reich, erfolgreich und schön ist, und solche Dinge erlebt!
Außerdem wurde schon in der Pause festgelegt, dass das nächste Konzert in der alten Oper im Oktober 2001 gegeben wird, dann allerdings im großen Saal!
Damit gibt es dann beim nächsten WISE GUYS Konzert auch genug Platz für die einheimischen Frankfurter!
Bei “Zu schön für diese Welt” war die Choreographie noch präziser als bisher und damit noch besser. Mir hat
das Lied am Anfang ja gar nicht so gut gefallen, aber es wird immer besser und mit diesen exakten Bewegungen noch gesteigert. Ich sehe schon, irgendwann habe ich meine Meinung geändert und es ist eins meiner
Lieblingslieder geworden!
“Sexbomb” mal endlich wieder so, wie es sein muß! Jedes Lachen von Ferenc brachte begeisterte Reaktionen im Publikum und schrille Schreie und Gekreische war die Folge. Fast ein Wunder, dass
da nicht die erste Unterwäsche auf die Bühne flog! Natürlich Riesenbeifall, den Ferenc in bewährter Methode beeindruckend beendete, was erneuten Applaus auslöste. Im Verlauf des Konzertes schaffte er es sogar, einen
Applaus nur mit dem Wink eines Fingers zu beenden. Grandios!
An diesem Abend gab es einfach kein “Flop”-Lied und die Stimmung war von Anfang bis Ende sehr schön. Und dass ich Dän mit seinen Anmoderationen so selten
in den Konzertberichten erwähne, liegt nur daran, dass er die sowieso immer supergut macht. Mir würde es nur auffallen, wenn er grottenschlecht wäre, was aber ganz unwahrscheinlich ist.
Nach der dritten Zugabe gab es
lauten Jubel und Standing Ovations. Das Publikum war wirklich begeistert, aber zu brav. Als nämlich das Licht im Saal anging, hörten sie viel zu schnell mit dem Beifall auf und gingen wohlerzogen raus. Dabei wäre die
vierte Zugabe an diesem Abend locker drin gewesen. In den Genuß kamen nur die letzten Zuhörer beim trockenen Afterglow (schon wieder keine Getränke!), als die WISE GUYS im Foyer vor leeren Garderobeständern und seelig
blickenden Zuhörern “More than words” sangen. Als schöner Abschluß eines der besten Konzerte.