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Was macht eine Frau, die ihre letzte große Hoffnung dahinschwinden sieht, als sie vom Eheinstitut als ‘unvermittelbar’
eingestuft wird und ihr Geld zurückbekommt? Sie beginnt einen Rachefeldzug, der klein und eher zufällig anfängt, aber ziemlich entsetzlich endet. Wilma, die einsame Besitzerin eines kleinen Waschsalons, bastelt sich nach vielen
Enttäuschungen einfach einen eigenen Mann, auch wenn das zunächst geglückte Experiment dann doch nicht das bringt, was sie sich erhoffte.
Krissie Illing, frühere Partnerin von Mark Britton im legendären Nickelodeon-Duo, kam
mit ihrem neuen Stück nach Deutschland und hatte in Erkelenz Premiere. (Nicht unbedingt, weil Erkelenz eine Weltstadt ist, sondern eher, weil man ein neues Stück zunächst in einem kleinen Provinz-Theater testet, ehe es in die große
Stadt kommt.) Etwa 100 Leute paßten in die Leonhardskappelle und freuten sich schon vor Beginn des Stückes über die schöne Bühnendekoration. Mit wenigen Möbeln war ein einfaches Zimmer dargestellt, dessen Hintergrund Wäschestücke
an zwei langen Leinen bildeten. Tücher, Bettwäsche, lange Unterhosen und Damenunterwäsche waren zum Trocknen aufgehängt und gaben damit eine sehr intime Atmosphäre. Als Krissie Illing mit weißem Häubchen, Kittel und Hausschuhen
erschien, reizte sie mit ihrer dicken Brille und dem breiten Grinsen im Gesicht sofort zum
Lachen. Liebevoll zeigte sie das Leben von Wilma, die als einzigen Freund einen Kater hatte und sich doch so sehr nach einem Mann sehnte. Nach einigen Vorkommnissen, die wirklich
‘very british’ und damit rabenschwarzer Humor waren (am Anfang konnte ich kaum glauben, dass der biederen Wilma sowas passierte), hatte sie ihren ersehnten Mann, mit allem was dazugehörte (wirklich allem ! *grins*), zusammengebaut.
Auch wenn der erste Teil noch einige Längen und gar nicht so viele Lautlach-Stellen hatte, war er nie langweilig und ich war in der Pause höchstgepannt wie Wilmas Leben weitergehen
würde. Sie war mir in ihrer ganzen seltsamen Art sofort ans Herz gewachsen und ich fand es klasse, wie sie bei allen Katastrophen immer eine Lösung fand. Und Krissie Illing spielte einfach toll! Umwerfend die
Szenen, bei denen der weiße Kittel zur Seite flog und eine sexy gekleidete, sehr jung aussehende Frau über die Bühne wirbelte. Wow! Einfach süß! Im zweiten Teil steigerte sich
alles noch gewaltig. Die Ereignisse überschlugen sich und die Zuschauer wurden hin- und hergerissen zwischen lautem Gelächter, liebevollem Grinsen und betroffenem Schweigen. Und
am Ende gab es dann doch noch ein sehr schönes Happyend in dieser wunderschönen Geschichte. Es war die erste Aufführung einer neuen Show und es gab noch einige kleine Pannen, wenn
der Ton- oder Lichtmensch nicht rechtzeitig reagierte und Krissie Illing dann gespielt verzweifelt, aber trotzdem lachend “Musik, bitte!” oder “Licht aus!!” rief. (Kleine Pannen sind
für die Stimmung der Zuschauer ja immer toll!). Einige Sachen werden ganz sicher noch überarbeitet, aber die Geschichte an sich ist rund und stimmig, hatte die richtige Mischung von
Komik und Sentimentalität und wurde sehr liebevoll und überzeugend gespielt. Am Ende gab es langen, kräftigen Applaus und eine verschwitzte, glücklich lachende Krissie Illing, die sich freute, dass das Stück so gut geklappt hatte.
Am 19. + 20. April 2002 ist Krissie Illing mit diesem Stück in Köln in der Comedia. Ich bin mit Sicherheit dabei und kann es wirklich sehr empfehlen! |