YTONG
oder: Steineklopfen ohne Straflager

Es soll Leute geben, die mit Ytong-Steinen Wände und ganze Häuser bauen.  Ich gehöre nicht dazu. Gasbetonsteine aus dem Baumarkt “kleinzuklopfen”, ist eine ebensoviel Spaß wie Staub erzeugende Tätigkeit. Die Werkzeuge finden sich in fast jedem Haushalt und reichen von  Säge und Axt über Hammer, Meißel und Schraubenzieher, bis hin zum Milchdosenlocher. Mein persönliches Lieblingswerkzeug ist wirklich ein normales Eßbesteckmesser. Früher habe ich damit meine Pizza kleingesäbelt!


















Ein Ytong-Stein ist im Baumarkt preiswert zu haben, läßt sich leicht tragen und relativ schnell bearbeiten. Wer fragt da noch nach Marmor?


DAS EXPERIMENT




August 2002:
Ein Ytong-Stein wird bearbeitet. Es soll eine Frauenfigur werden, die ruhig steht (kein großes Problem bei Steinen) und das Gesicht mit geschlossenen Augen nach oben hält. Wie das Endergebnis ausfällt ist noch ganz offen und es kann sein, dass die Figur immer kleiner wird und am Schluß als Haufen Staub im Mülleimer verschwindet. Mal sehen.





BILD  1
Das Ausgangsmaterial. Schön viereckig, 20x25x60cm groß

BILD  2
Es geht los. Kopf und Taille (Taille??)
werden entwickelt.























BILD  3
Der Kopf ist deutlich da, aber eigentlich sollte die Dame eher zierlich werden.

BILD  4
Gezieltes Abnehmen an Problemzonen durch Hammer und Meißel.























Brustkorrektur

BILD  5
Rasante Formen-Entwicklung vorne...

BILD  6
...und hinten.


























Feinarbeit mit dem
normalen
Eß-Messer. Die Dame wird schmaler und ich habe eine Blase am Finger.





















BILD  7+8
So,fertig. Wenn sie noch dünner würde, könnten die Arme beim nächsten Sturm abbrechen, was ihr bestimmt nicht gefallen würde.




Und noch ein faszinierender Gedanke:
Aus Ytong-Steinen bauen normale Menschen Mauern und sogar ganze Häuser. Ist schon jemand auf die Idee gekommen die Wände, anstatt Steine schlicht und eckig aufeinander zu stapeln, mal ganz abwechslungsreich und luftdurchlässig zu bauen? Möglich wäre es.
Man braucht nur eine Säge und ein Küchenmesser und kann Wände wie diese erhalten:




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